Viele literarische Werke beschäftigen sich mit Heterogenität, Differenz und einer sensiblen Bearbeitung der damit verbundenen Themen. Auf den folgenden Seiten stellen wir Werke vor, die sich auch für den Literaturunterricht im inklusiven Fremdsprachenunterricht eignen. Kontaktieren Sie uns gerne, wenn Sie selbst einen Text (im erweiterten Sinne) besprechen möchten.
„Own Voices“-Texte
Als „Own Voices“-Texte werden Werke beschrieben, die von oder unter Mitwirkung von Menschen mit persönlicher Erfahrung eines Themas entstanden sind. Bündgens-Kosten und Alter (2024) formulieren den Begriff wie folgt:
Own voices Texte sind Texte von Autor*innen, die marginalisierten Personengruppen angehören und deren Erfahrungen widerspiegeln.
Laut den Autor*innen leisten „Own Voices“-Texte Sichtbarkeit auf zwei Ebenen: Zum einen werden inhaltlich vielfältige Erfahrungen zugänglich gemacht, die sonst in Materialien (insbesondere für den Fremdsprachenunterricht) unterrepräsentiert bleiben. Die erhöhte Sichtbarkeit kann sowohl für „Betroffene“ als auch für „Außenstehende“ positive Effekte haben. Mit Blick auf die zweite Gruppe zum Beispiel zitiert Bündgens-Kosten (2026) Forschung, die suggeriert, dass „Own Voices“-Texte zur Destigmatisierung beitragen können. Zum anderen erweisen sich die Verfasser*innen dieser Werke als Expert*innen in eigener Sache. Die Nutzung solcher Werke trägt somit zur epistemischen Gerechtigkeit (Fricker, 2007) bei. In der eigenen Forschung berichtet Bündgens-Kosten, dass Lehramtsstudierende die Analyse von „Own Voices“-Texten im fremdsprachendidaktisches Seminar sowohl mit Blick auf Wissensaufbau als auch zur Entwicklung der eigenen Empathie wertschätzten.
Auch wenn das Konzept zunächst schlüssig klingt, ist es in der Praxis nicht immer so leicht festzustellen, ob ein Text als „Own Voice“-Text gilt oder nicht. Die Grenzen zwischen „own voices“, „Ko-Autor*innenschaften“ oder „unter Mitwirkung“ sind fließend. Wer behält die Hoheit über die Entscheidung, ob ein Text ein „Own Voices“-Text ist oder nicht? Wie ist ein Werk zu verorten, wenn unklar ist, wie die*der Autor*in sich zur marginalisierten Gruppe positioniert? Sind „Own Voices“-Texte, die Themen der fokussierten Identität nicht adressieren, dennoch für das Genre relevant? Wie sind Texte zu behandeln, die als zugehörig gelesen werden können, doch nie explizit so betitelt werden, wie Sheldon Cooper in The Big Bang Theory oder Christopher in The Curious Incident of the Dog in the Night-Time?
Mit diesen schwierigen Fragen setzen sich die Verfassenden der folgenden Text Reviews nicht ausführlich auseinander. Stattdessen bieten sie einen Einblick in Texte, die überwiegend von neurodivergenten Autor*innen stammen oder in Ko-Autor*innenschaft entstanden sind. Ob diese alle streng zur Gattung von „Own Voices“-Texten gehören, bleibt eine offene Frage. Fokus dieser reviews, die Studierende aus einem Seminar der Englischdidaktik verfasst haben, liegt auf Fragen der Angemessenheit, Relevanz und Attraktivität für die Nutzung im Englischunterricht der Primar- und Sekundarstufe.
Die Reviews thematisieren überwiegend Texte aus dem Bereich Kinder- und Jugendliteratur, aber auch Filme und Games als Texte im erweiterten Sinne. Sie sind auf Englisch verfasst, weil die Texte selbst auf Englisch sind. Die Hoffnung ist, dass sie Impulse für die unterrichtliche Integration dieser und weiterer Texte von und mit neurodivergenten Autor*innen und Mitwirkenden liefern.
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Young, Gifted and Dead by Lucy Carver: A Podcast
CODA — A Movie for the EFL Classroom?!
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